Präambel:

Der Tauschring Will-ich ist eine Bürgerinitiative im Rahmen der „Lokale Agenda 21“ der Stadt Willich. Diese Initiative ist wie ein Verein organisiert. Sie ist kein Verein im rechtlichen Sinne, wird jedoch in der folgenden Satzung als solcher bezeichnet.

Satzung

1 Vereinsname und Vereinszweck

Der Tauschring Will-ich ist eine Initiative der „Lokale Agenda 21“ zur Förderung der Nachbarschaftshilfe. Der Tauschring soll seinen Mitgliedern wirtschaftlichen Nutzen sowie Möglichkeiten zu persönlichem Kontakt bieten und einen Beitrag zur Attraktivität unserer Heimatstadt Willich leisten.

2 Sitz

Vereinssitz ist Willich.

3 Gegenstand des Tauschrings und Methode

Getauscht werden Dienstleistungen und Gegenstände.

Die Mitglieder erhalten Vordrucke für Tauschmitteilungen.

Nach einem erledigten Tausch übergibt der Nehmer dem Geber eine ausgefüllte und unterschriebene Buchungsmitteilung/Tauschmitteilung, die im Büro des Tauschrings spätestens nach einem Monat zur Verrechnung eingereicht werden muss. Der Geber erhält eine Gutschrift, der Nehmer erhält eine Lastschrift. Gut- und Lastschrift werden auf den Konten der TeilnehmerInnen verbucht.

Beim Tausch gilt: Die Beteiligten einigen sich selbst und bestimmen den Preis in Zeiteinheiten.

Zielgruppe des Tauschringes sind Menschen, die sich durch Angebot und Nachfrage von Dienstleistungen und Gegenständen aktiv einbringen können. Gegenleistungen können daher grundsätzlich nicht in Form von Euro-Zahlungen erbracht werden.

Werbung für gewerbliche und sonstige Zwecke ist ausdrücklich verboten.

4 Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft im Verein kann jede unbeschränkt geschäftsfähige natürliche und jede juristische Person und nichtrechtsfähige Personenverbindung erhalten.

Eine Beitrittserklärung ist im Tauschringbüro einzureichen. Bei der Anmeldung ist der Personalausweis vorzulegen, eine schriftliche Erklärung zur Anerkennung der Satzung zu unterzeichnen und der Jahresbeitrag in bar zu entrichten. Die eigenen Dienstleistungsangebote und –nachfragen sind mitzuteilen.

Dem Neumitglied werden die Satzung und die Angebots-/Nachfrageliste ausgehändigt.

Fördermitglieder sind ordentliche Mitglieder.

 

Die Vereinsmitgliedschaft endet durch Tod bzw. durch Erlöschen der juristischen Personen oder Personengesellschaften, durch Streichung von der Mitgliederliste, durch Ausschluss oder Kündigung.

Eine Kündigung ist schriftlich gegenüber dem Vorstand zu erklären.

Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist nach den ersten zwölf Monaten jederzeit mit einer Frist von mindestens einem Monat vor Ablauf des Beitragsjahres möglich. Der Kontostand muss gleich oder größer Null sein. Bei Minusstand entscheidet das Organisations-Team (nachfolgend Orga-Team genannt). Kontoguthaben verfallen. In begründeten Ausnahmefällen entscheidet das Orga-Team.

Anteilige Jahresbeiträge werden beim Austritt nicht zurückbezahlt.

Eine Streichung von der Mitgliederliste ist zulässig, wenn ein Vereinsmitglied einen Mitgliedsbeitrag drei Monate nach Fälligkeit nicht entrichtet hat. Der Ausschluss aus dem Verein ist bei einem vereinsschädigenden Verhalten möglich. Über die Streichung von der Mitgliederliste und den Vereinsausschluss entscheidet das Orga-Team.

Mit dem Ausscheiden aus dem Verein ist kein Anspruch auf ein Auseinandersetzungsguthaben verbunden. Ein ausscheidendes Mitglied hat nur Anspruch auf Rückgabe der dem Verein leihweise überlassenen Gegenstände.

 

5 Mitgliedsbeiträge, Verwaltungskosten

Der jährlich im Voraus zu entrichtende Mitgliedsbeitrag wird in Euro berechnet.

Die Verwaltungskostengebühr wird in Zeiteinheiten verrechnet und monatlich dem Konto des Mitglieds belastet.

 

 

Die Festlegung oder Anpassung des Mitgliedsbeitrags und der Verwaltungskostengebühr obliegt der Mitgliederversammlung. Sie kann mit einfacher Mehrheit eine Änderung der Beträge für die Zukunft beschließen.

 

6 Kontoführung, Tauschwährung

Die Verrechnung von Dienstleistungen und Gegenständen erfolgt in der Währungseinheit „Willi“. 1 Willi = 10 Minuten Arbeitszeit.

Jedes Mitglied kann nur ein Konto führen.

 

Ehepaare, eheähnliche Gemeinschaften und dazugehörige Kinder können wahlweise ein Familienkonto oder getrennte Konten führen.

 

Dienstleistungen und der Tausch von Gegenständen von Kindern unter 18 Jahren, soweit sie im Rahmen des Jugendschutzgesetzes tätig sein können, werden dem Familienkonto bzw. dem eines Elternteils gutgeschrieben.

Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass das eigene Konto ausgeglichen wird.

Für Schulden auf dem Tauschkonto wird eine Untergrenze in Willi, für Guthaben eine Obergrenze in Willi festgelegt. Darunter bzw. darüber werden keine Buchungen und auch nicht die entsprechenden Gegenbuchungen vorgenommen. In begründeten Ausnahmefällen entscheidet das Orga-Team. Die Unter- und Obergrenze wird von der Mitgliederversammlung bestimmt.

 

Die in Austausch tretenden Mitglieder haben das Recht und die Pflicht, sich über den Kontostand der Tauschpartner selbst zu informieren.

 

Mitglieder können Zeiteinheitskonten untereinander ausgleichen.

Guthabenkonto bei Beendigung der Tauschaktivitäten:

Stellt ein Mitglied seine Tauschaktivitäten vorübergehend oder auf Dauer ein, so kann er auf Antrag weiterhin über sein Guthaben auf seinem Tauschkonto verfügen.

Dieser Antrag ist schriftlich an das Orgateam zu richten und wird in dem Kalendermonat wirksam, in dem er eingegangen ist.

Unter “vorübergehend“ wird ein Zeitraum von mindestens einem halben Kalenderjahr verstanden.

Ursachen für eine zeitweilige oder dauerhafte Einstellung der Tauschaktivitäten können u.a. sein: schwere Krankheit, Altersgründe, Verlust der Fähigkeit angebotene Tauschleistungen zu erbringen, längerer Auslandsaufenthalt u.ä.

Das Mitglied kann bis zum Nullstand seines Kontos angebotene Dienstleistungen oder Gegenstände aus dem Angebot des Tauschringes mit Willi vergüten.

Eine Auszahlung des Guthabens in Geld ist nicht möglich.

Das Sonderkonto kann nicht ins Minus gebracht werden. Ein Sollstand ist also nicht möglich.

Ist der Wert der bezogenen Leistungen höher als der Bestandswert des Kontos in Willi, so muss das Mitglied die bezogene Leistung dem Leistungserbringer in Geld oder auf andere Weise vergüten.

Ist der Nullstand des Kontos erreicht, wird es weiterhin ohne die Berechnung von Verwaltungswilli fortgeführt. Damit wird das aktive Mitglied zum Fördermitglied und ist verpflichtet den Jahresbeitrag in EURO zu zahlen und kann an allen Veranstaltungen des Tauschringes teilnehmen bis dem Tauschring eine schriftliche Kündigung gemäß dieser Satzung zugeht.

Fallen die Gründe weg, die zum Ruhen der Mitgliedschaft geführt haben, so lebt auf Antrag die aktive Mitgliedschaft wieder auf.

 

 

 

7 Rechte und Pflichten des Organisationsteams (Vorstand)

Das Orga-Team führt die laufenden Geschäfte des Vereins. Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind vom Orga-Team im Rahmen des geltenden Rechts und der finanziellen Möglichkeiten des Vereins auszuführen.

Das Orga-Team ist berechtigt, sich eine Geschäftsordnung zu geben. Intern entscheidet das Orga-Team mehrheitlich.

Der/Die Orga-Team-SprecherIn bestimmt und führt die Verwaltung.

 

 

 

 

 

 

 

8 Anzahl und Wahl der Orga-Team-Mitglieder (Vorstandsmitglieder)

Das Orga-Team besteht aus einem/einer SprecherIn, seinem/seiner StellvertreterIn,

dem Kassenwart, dessen/deren StellvertreterIn,

dem/der SchriftführerIn, dessen/deren StellvertreterIn,

dem Pressewart und dessen StellvertreterIn,

dem/der DV-Beauftragten, dessen/deren StellvertreterIn,

dem/der MitgliederbetreuerIn, dessen/deren StellvertreterIn,

dem/der Beauftragten für Veranstaltungsorganisation und dessen StellvertreterIn.

 

 

Zusätzlich sind zwei KassenprüferInnen zu wählen, die nicht dem Orga-Team angehören. Die Orga-Team-Mitglieder müssen dem Verein als Mitglieder angehören.

Die Mitglieder des Orga-Teams werden alle zwei Jahre in der ordentlichen Mitgliederversammlung gewählt.

Die KassenprüferInnen werden jährlich neu durch die Mitgliederversammlung gewählt.

Beim Ablauf einer Wahlperiode bleibt das ausscheidende Orga-Team Mitglied bis zum Amtsantritt des neuen Orga-Team-Mitglieds im Amt. Scheidet ein Orga-Team-Mitglied während der Wahlperiode aus dem Amt aus, ist umgehend eine Mitgliederversammlung einzuberufen, in der über eine Nachfolge zu bestimmen ist.

Sind einzelne Orga-Team-Mitglieder an der Mitwirkung von Vereinsgeschäften rechtlich oder tatsächlich gehindert, kann auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein besonderer Vertreter gewählt werden.

 

9 Mitgliederversammlung

Mindestens einmal im Jahr und zusätzlich nach Bedarf findet eine Mitgliederversammlung des Vereins statt. Termin, Ort und Versammlungsbeginn legt das Orga-Team mit der Ladung fest. Die Ladung erfolgt mindestens drei Wochen vor dem Termin der Mitgliederversammlung.

 

Außerordentliche Sitzungen sind bei Bedarf von dem Orga-Team oder auf schriftlichen Antrag von mindestens 20% der Vereinsmitglieder einzuberufen. Im Einberufungsantrag sind die Gründe für die außerordentliche Versammlung zu nennen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist ordnungsgemäß einberufen, wenn den Vereinsmitgliedern wenigstens 14 Tage vor der Versammlung eine Ladung mit den Tagesordnungspunkten zugeht.

Die Mitgliederversammlungen werden vom/von der Orga-Team-SprecherIn geleitet. Bei einer Beschlussfassung entscheidet, soweit die Satzung keine abweichenden Mehrheiten vorsieht, die einfache Mehrheit. Anträge sind dem Orga-Team wenigstens fünf Wochen vor einer ordentlichen Versammlung zuzuleiten, damit die Ladung entsprechend erfolgen kann. Bei außerordentlichen Mitgliederversammlungen mit dem Ziel einer Zweckänderung oder der Auflösung ist eine Ladungsfrist von vier Wochen einzuhalten.

 

In der routinemäßigen jährlichen Mitgliederversammlung berichtet das Orga-Team über das abgelaufene Vereinsjahr. Der Kassenwart gibt der Mitgliederversammlung einen   Überblick über die finanzielle Situation des Vereins, die Kassenprüfer berichten über die ordnungsgemäße Kassenführung. Die Versammlung beschließt im Anschluss an den Bericht über dessen Genehmigung und über die Entlastung des Orga-Teams.

 

10 Ende des Vereins

Der Verein kann durch die Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Ein entsprechender Beschluss bedarf der Zustimmung von dreiviertel der zur Versammlung erschienenen Mitglieder. Nach einem Auflösungsbeschluss ist der Verein in entsprechender Anwendung der §§ 47 ff. BGB zu liquidieren. Als Liquidatoren sollen die letzten Mitglieder des Orga-Teams eingesetzt werden.

Mitgliedskonten in Willi werden in Euro ausgeglichen. Bei negativen Konten beträgt die Forderung je 6 Willi 10 € (Zahlungspflicht an den Tauschring). Die Forderungen aus positiven Mitgliedskonten werden durch Rückstellungen in Euro gesichert und anteilmäßig ausgeglichen (Zahlungspflicht an Mitglieder), jedoch nur bis zu den satzungsgemäßen Höchstgrenzen.

Verbleibt nach der Liquidation Aktivvermögen, ist dies an den Caritasverband zu übergeben.

 

11 Verwaltung, Kommunikation, Veröffentlichungen

Der Tauschring betreibt ein Büro, unterrichtet über Angebot und Nachfrage und dokumentiert die Tauschtätigkeiten auf entsprechenden Konten. Ein Tausch-Magazin wird regelmäßig veröffentlicht. Jedes Angebot wird nur einer Person zugeordnet.

12 Datenschutz

Die Zugriffsberechtigung für persönliche Daten (z.B. Geburtsdatum, Beruf) hat nur die Tauschring-Verwaltung. Veröffentlicht werden die Angebote und Nachfragen, die Mitgliedsnummern und Vornamen sowie der Stadtteil. Die persönlichen Daten in der Mitgliederliste wie Vorname und Familienname, Telefonnummer, E-Mail und Anschrift mit Stadtteil sind nur für Tauschring-Mitglieder bestimmt. Diese Daten müssen vertraulich behandelt werden.

 

13 Haftung des Vereins

Der Tauschring übernimmt keine Haftung für Ansprüche der Mitglieder untereinander, ebenfalls nicht für Steuer- und Sozialversicherungsforderungen.

Der Tauschring übernimmt keine Garantie oder Zusicherung für den Wert oder die Qualität der Dienstleistungen oder Gegenstände, die getauscht werden.

Das Orga-Team des Tauschrings wird Beschwerden wegen Regelverletzung durch einzelne Mitglieder nachgehen und sich im Konfliktfall um Vermittlung bemühen.

 

14 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen der Satzung unwirksam sein, so wird die sinngemäße Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon nicht berührt.

Stand: September 2014